Klimawandel in der Erdgeschichte

"Der aktuelle Klimawandel hat jetzt bereits Kosten in Trillionenhöhe (Euro) verursacht. Das ergab 2006 der Stern-Report, erstellt von Nicolas Stern, dem ehemaligen Weltbank-Chefökonom und Leiter des volkswirtschaftlichen Dienstes der britischen Regierung", berichtete Kay-Christian Emeis, Prof. für Geologie und Forscher am Hamburger KlimaCampus,  im Sommersemester 2008.

Prof. Emeis erläuterte den Zusammenhang zwischen dem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen und dem Temperaturanstieg. Seit 1751 seien mehr als 351 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt. Während die Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche die letzten 1.000 Jahre sehr konstant gewesen sei, drohe nun bis 2070 ein Anstieg um 4 bis 5 Grad Celsius. Einige Wissenschaftler gingen sogar von einer Steigerung um 10 Grad Celsius aus.

Im Folgenden erklärte Prof. Emeis, dass die Erde ohne "Leben" 240 bis 340 Grad Celsius warm wäre und einen Kohlenstoffdioxidanteil von 98 Prozent hätte. So herrschten aber menschenfreundliche Verhältnisse mit einer Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius und einer Luftzusammensetzung von 21 Prozent Sauerstoff, 0,035 Prozent Kohlenstoffdioxid und 78 Stickstoff.

Anschließend ging Prof. Emeis auf die "Gaia-Hypothese" ein, die die Erde als einen lebenden Organismus betrachtet. Die Erdoberfläche bilde ein dynamisches System, das die Biosphäre durch Rückkopplungen stabilisiere. "Ein Beispiel für eine solche Rückkopplung ist das genannte ‚Albedo-Feedback’. Albedo ist das Verhältnis des von einer Kugeloberfläche (vor allem Wasser- und Schneeflächen)  in alle Richtungen reflektierenden Lichts zu der auf den Kugelquerschnitt einfallenden Strahlung", so Prof. Emeis.

In seinem finalen Resümee hielt Prof. Emeis ein Plädoyer für die Erde: sie sei einzigartig durch die negativen Rückkopplungen, die sie am Leben erhielten. Der Klimawandel werde sowohl durch externe als auch durch interne Faktoren hervorgerufen. Letztlich seien die Folgen des heutigen Klimaexperiments nur für Menschen relevant.