Regenerative Energien

"Erneuerbare Energien haben in den letzten Jahren eine unglaubliche Erfolgsstory hingelegt", so Dr. Frank May, Technischer Geschäftsführer der Vattenfall Europe New Energy GmbH im Wintersemester 07/08 in seinem Vortrag zum Thema: "Regenerative Energien". Seit 2006 besteht diese Tochterfirma des viertgrößten Energieversorgers Europas, ein Zusammenschluss der Vattenfall Waste to Energy GmbH und der Vattenfall Renewables GmbH. Ihr Schwerpunkt ist Energieerzeugung aus Offshore-Wind, Biomasse und thermischer Abfallverwertung.

Zunächst ging Dr. May auf das 16-Punkte-Programm vom Meseberg ein, das die Bundesregierung nach einer Kabinettsklausur dort im August 2007 verabschiedete. Ziel ist es, bis 2020 rund 35 bis 36% Treibhausgase weniger als 1990 auszustoßen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion soll bis 2030 von derzeit rund 13% auf 25 bis 30% ausgebaut werden. Als Grundlage dient das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" von 2004, das vorsieht, bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Stromversorgung um 20% zu steigern.

"Die Bundesregierung betreibt aktive Industriepolitik, da Strom aus alternativen Energiequellen vorrangig abgenommen und finanziell gefördert wird, besonders Solarenergie", führte Dr. May aus, "Ohne die Förderung durch das EEG wären Erneuerbare Energien gegenüber konventionell erzeugtem Strom nicht konkurrenzfähig." Relevant seien die Differenzkosten, die sich aus der Differenz der gesamten Vergütungszahlungen (laut EEG von 2004 mindestens 4,58 Ct pro Kilowattstunde) und den vermiedenen Beschaffungskosten für den Bezug konventionellen Stroms ergäben.

Die Vattenfall Europe New Energy GmbH setzt vorrangig auf Windenergie. Mit rund 30,7 Milliarden kWh (7%) hatte die Windenergie 2006 unter den Erneuerbaren Energien den größten Anteil an der Bruttostromerzeugung. Laut einer Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2007 deutschlandweit 883 Windenergienanlagen mit einer Leistung von 1.667 Megawatt neu installiert. Allerdings hinkt Deutschland bei der Gewinnung von Off-Shore-Strom im internationalen Vergleich hinterher. Deswegen baut Vattenfall gemeinsam mit E.ON, EWE und Vattenfall einen Test-Windpark nördlich von Borkum mit zwölf Off-Shore-Windrädern, ein Pionierprojekt laut Dr. May.

"Eine Anlage wie 'Borkum West' stellt ein Unternehmen wie Vattenfall vor besondere Herausforderungen. Die Kosten pro installiertes Megawatt belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Dazu kommen 175 Millionen Euro für die Errichtung der Windräder. Außerdem verlangt der sandige Meeresboden vor Borkum von den Ingenieuren besondere Vorsicht", berichtete Dr. May am Ende seines Vortrags. Trotz aller Förderung von regenerativen Energien ist seiner Meinung nach die Diskussion um die Alternative Atomkraft noch lange nicht beendet.