Technik - Philosophie - Journalismus im Spannungsfeld des 21. Jahrhunderts

"Braucht der Mensch noch mehr Technik?" fragte ein Spiegel-Journalist vor Jahren den damaligen Rektor der TU Harburg, Prof. Dr. Hauke Trinks. "Ich zögere mit einem klaren Ja. Neige zu einem unklaren Nein", antwortete jener. Mit diesem provokativen Zitat läutete Moderator Markus L. Blömeke den zweiten Vortrag ein. Der Fernsehjournalist, Bernd Leptihn, langjähriger Redaktionsleiter von "ARD-Ratgeber Technik", und Verena Agleiha Renneberg, freie TV-Autorin, referierten über den Umgang des Menschen mit technischen Errungenschaften.

Der Airbus 380, das Kreuzfahrtschiff Freedom of the Seas - das ist Technik, die begeistert, so Renneberg. Entwickelt wurden die beiden Fahrzeuge von Ingenieuren, bekannt wurde ihr Existenz aber erst durch Journalisten. Diese tragen fast ebensoviel Verantwortung wie die Techniker. Berichterstattung über Programmiersprachen oder Virtual Reality erfordert spezielles Fachwissen, aber auch sprachliche Kompetenz. Der Studiengang Technikjournalismus beinhaltet beide Komponenten - bis jetzt gibt es ihn in Deutschland aber erst einmal - an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin.

Was muss Technikjournalismus leisten - und wann wird der Konsument getäuscht? Hierüber sprach Bernd Leptihn, eine TV-Legende im Ruhestand. Von 1971 bis Ende 2002 leitete er die Redaktion des ARD-Ratgebers Technik; außerdem moderierte er die beliebte NDR-Verbrauchersendung Rufen Sie uns an!. Während dieser Zeit schaute Deutschlands "Anwalt des Verbrauchers" der Industrie auf die Finger und deckte etliche Skandale auf. So warnte er im Jahr 2000 davor, dass mit geklauten EC-Karten leichter als von den Banken behauptet Geld am Automaten abgehoben werden könne.