Wissenschaftsmarketing in der Metropolregion - Chancen und Herausforderungen

"’Die Sinfonie in blau und rot’ prägt den Internetauftritt der Stadt Hamburg und somit auch den unseres Wissenschaftsportals. Wichtig ist außerdem der rote Querbalken, der an einen Schiffsbug erinnern soll. Wir haben ihn mit ‚Hamburg - Metropole des Wissens’ beschriftet", eröffnete Dr. Beate Reszat, Referentin für Wissenschaftsmarketing an der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Forschung, ihren Vortrag an der FH Wedel.

"Aber was genau ist Marketing: ein prägnantes Bild, ein griffiger Satz? Und gar Wissenschaftsmarketing: Madame Curie auf einer Briefmarke oder auf einem 500-Francs-Schein?" Frau Dr. Reszat definierte Marketing nach der Online-Enzyklopädie Wikipedia als "Ausrichtung der Unternehmensentscheidungen am Markt". Im so genannten Marketing-Mix würden die langfristig geplanten Vorgaben betreffend "product, price, promotion and place" umgesetzt.

Die Referentin stellte nun die provokative Frage, ob sich Wissenschaft mit anderen Produkten oder Dienstleistungen gleichsetzen lasse. Ihrer Ansicht nach müssten zwei zentrale Bereiche von Wissenschaft unterschieden werden: Forschung und Lehre. Im Folgenden wendete Frau Dr. Reszat drei Kernfragen auf diese beiden Gebiete an: Um was, mit wem und wie wird konkurriert?

Forschung buhle um die Aufmerksamkeit von Wissenschaftskreisen, Politikern, Öffentlichkeit und Sponsoren. Infolgedessen konkurriere sie mit anderen Forschungsdisziplinen, Berufsfeldern, öffentlich und privat geförderten Aktivitäten sowie öffentlichen Themen. Als Mittel zur Durchsetzung dienten ihr Qualität, Inhalte und Wissenschaftsmarketing. "Prominentestes Beispiel in Hamburg ist das Kompetenz-Zentrum am Zentrum für Meeres- und Klimaforschung, das aufgrund seiner herausragenden Leistungen und der Aktualität des Forschungsgegenstandes das Exzellenzcluster des Bundes erhalten hat", so Frau Dr. Reszat.

Die Lehre einer Hochschule dagegen konkurriere mit dem Lehrangebot anderer Hochschulen, sonstiger Anbieter oder Medien um Studierende. Zur Verfügung stünden ihr dafür Lehrinhalte, Ausstattung, Zusatzangebote im Bereich Freizeit und ebenfalls Wissenschaftsmarketing. "Besonders die Zusatzangebote spielen heutzutage eine tragende Rolle. Studierende möchten sich mit ihrer Hochschule und ihrer Kultur identifizieren, so dass wie in einem Unternehmen eine ‚corporate identity’ entsteht", betonte Frau Dr. Reszat.

Abschließend hob die Referentin das enorme Potenzial, das im Wissenschaftsmarketing einer Metropolregion wie Hamburg liege, hervor. Als wichtigste Punkte nannte sie: "Synergie, bessere Möglichkeiten für Sponsoring, mehr Sichtbarkeit und verstärkte Unterstützung durch die Politik. Nur so können wir zukünftig Hamburg als ‚Metropole des Wissens’ etablieren. Standorte in der Metropolregion wie beispielsweise die FH Wedel werden dazu einen wesentlichen Beitrag leisten."